Kurort Schlema

Hügelgärten

Besondere Bodenbeschaffenheiten erfordern kreative Umsetzungen

Hügelgärten

Die Hügelgärten entstanden als kreative Antwort auf die besondere Bodenbeschaffenheit des Geländes. Aufgrund der historischen Bergbautätigkeit kann der Untergrund nur eingeschränkt tief bearbeitet werden, weshalb klassische Pflanzgruben nicht angelegt werden können. Stattdessen wurden zusätzliche Erdmassen zu charakteristischen, runden Hügeln modelliert, die neue Pflanzenwelten schaffen.
Entstanden sind fünf abwechslungsreiche Themenlandschaften, die aktuelle Pflanzthemen erlebbar machen. Vom Wandelbogen aus führt der Weg durch die Berglandschaften, weiter zur urzeitlichen Landschaft, zur mediterranen Landschaft, zur Waldlandschaft und schließlich Urbane Landschaft. Jeder Hügelgarten erzählt seine eigene Geschichte und schafft mit besonderen Pflanzenkombinationen einzigartige Erlebnisräume im Kurpark.

Berglandschaft

Dieser Gartenbereich orientiert sich an den Mittelgebirgslandschaften des Erzgebirges sowie an alpinen und subalpinen Regionen. Die Gestaltung greift die Bedingungen des sonnigen, trockenen und steinigen Hangs auf und interpretiert sie als stilisierte Berglandschaft.

Zwei Hügelgärten mit kalkhaltigem beziehungsweise silikatischem Untergrund schaffen unterschiedliche Lebensräume für spezialisierte Pflanzenarten. Zwischen Felsen, Gräsern und charakterstarken Gehölzen entfaltet sich eine überraschende Blütenvielfalt.

Das Erscheinungsbild wird von trockenheitsverträglichen Stauden sowie markanten Gehölzen wie Zirbelkiefer, Lärchen, Alpenrosen, Birken und verschiedenen Sträuchern sowie Kriechgehölzen geprägt. Frühblüher und farbenfrohe Polsterpflanzen sorgen für eindrucksvolle Farbakzente. Besucher erleben den faszinierenden Kontrast zwischen rauen Standortbedingungen und botanischer Vielfalt.

Die Anlage zeigt, wie sich Pflanzen an extreme Lebensräume anpassen und dort einzigartige, artenreiche Lebensgemeinschaften bilden.

Mediterrane Landschaft

Die mediterrane Landschaft zeigt, wie sich trockenheitsverträgliche Pflanzen in unsere Gärten integrieren lassen.

Die Gestaltung orientiert sich an den Landschaftsbildern des Mittelmeerraums und dient als Inspiration für klimaangepasste Pflanzkonzepte. Lavendel und Heiligenkraut prägen gemeinsam mit Gräsern und Stauden mosaikartige Pflanzungen in Lila- und Gelbtönen. Weidenblättrige Wildbirnen, Säuleneiben und eine Pech-Kiefer greifen typische Baumformen des Südens auf und schaffen mediterranes Flair.

Der besonders sonnige Standort wurde mit einem kalkhaltigen, mineralischen Substrat vorbereitet, um die Entwicklung wärmeliebender Pflanzen zu fördern.

Urbane Landschaft

Dieser Hügelgarten greift die industrielle Geschichte des Ortes auf und erinnert an die ehemaligen Buntpapierfabriken. Im Mittelpunkt stehen Färberpflanzen, deren natürliche Farbstoffe einst vielfältig genutzt wurden.

Die streng gegliederten, rechteckigen Pflanzflächen setzen einen bewussten Kontrast zu naturnahen Gartenbildern und spiegeln den vom Menschen geprägten Anbau wider.

Gräser strukturieren die Beete, Frühblüher setzen farbige Akzente. Ziersträucher mit auffälligem Laub oder farbigen Trieben zeigen die Vielfalt gärtnerischer Züchtung und veranschaulichen moderne Pflegekonzepte wie den regelmäßigen Rückschnitt, auch als Coppicing bezeichnet, zur Förderung von Blatt- und Triebfarbe.

Urzeitliche Landschaft

Die urzeitliche Landschaft erinnert an die Wälder des Tertiärs, einer Epoche vor etwa 60 bis 2 Millionen Jahren. Das damals milde und feuchtwarme Klima begünstigte artenreiche Laubwälder mit Gehölzen, die heute vor allem an feuchten Standorten wie Auen vorkommen.

Der im Kurpark durch Staunässe geprägte, lehmhaltige Boden bietet ideale Voraussetzungen, um diese Landschaft nachzuempfinden. Ginkgo, Sumpfzypresse, Urweltmammutbaum und Tupelobaum zählen zu den prägenden Arten. Als lebende Zeugen vergangener Erdzeitalter verbinden sie Beständigkeit mit Wandel und begeistern besonders durch ihre eindrucksvolle Herbstfärbung.

Waldlandschaft

Der Hügelgarten „Waldlandschaft“ orientiert sich an einem naturnahen, heimischen Laubmischwald und macht dessen Artenvielfalt und typische Schichtung erlebbar. Hainbuche, Rotbuche, Feldahorn und Stieleiche prägen die Baumschicht, ergänzt durch heimische Sträucher, Stauden, Gräser und Farne.

Eingebrachtes Totholz stellt wertvolle Lebensräume dar, welches für Insekten, Pilze, Moose, Kleinsäuger und Vögel in einem Wald unverzichtbar ist.

Entlang des Weges werden unterschiedlich gestaltete Nistkästen präsentiert, unter anderem für Fledermäusen, Meisen, Kleibern, Staren und Rotkehlchen. Sie zeigen die Vielfalt der Brut- und Rückzugsorte.