Bad Schlema

Blick vom Hammerberg auf den Kurort Radiumbad Oberschlema im Juni 1935.


Zur räumlichen Orientierung sollen am oberen Bildrand der Gleesberghang und die Schneeberger St. Wolfgangskirche dienen. Vor uns liegt die Bebauung des heute nicht mehr vorhandenen Ortes Oberschlema mit Rathaus, Kirche und Schule.  In der Bildmitte links dominiert der große Komplex des Kurhotels und des Kurhauses des Radiumbades. Er wurde im Mai 1935 eingeweiht. Darunter befindet sich das langgestreckte Hotel „Erzgebirgischer Hof“, das aus dem alten Dorfgasthof „Grüne Wiese“ hervorgegangen ist. In der rechten Bildmitte zeigt sich der 1934 angelegte Konzertplatz mit Musikpavillon. An seiner Stelle standen über Jahrhunderte ein alter Eisenhammer (Hammerberg) und später eine der bedeutendsten Papiermühlen Westsachsens. Genau unterhalb dieser Häuser sprudeln in 50 Meter Tiefe im Grubensystem des Marx-Semmler-Stolln die 1909 – 1913 von Richard Friedrich gefundenen stärksten Radonquellen der Welt. Durch den exzessiven Bergbau auf Uran werden sie bereits 1947 versiegt sein. Auch der gesamte Ortskern muss infolge schwerster Schäden an der Bausubstanz in den Jahren 1952 – 1956 vollständig abgebrochen werden. Das ganze Tal vor uns wird 35 Jahre lang ein völlig deformiertes und abgesperrtes Bergbauschadensgebiet bleiben. Erst die Auffüllung des unteren Talbereiches 1990 – 1992 und die Neumodellierung zu einem Kurparkgelände 1995 – 1999 bringen letztendlich dem Oberschlemaer Tal eine Zukunft als Ort der Erholung und Regeneration zurück.

Bildarchiv Dr. Oliver Titzmann
Bild: Uwe Zenker