Bad Schlema

Abendliches Kurkonzert auf dem Konzertplatz im Juni 1937.


Der Blick aus dem Dachfenster des Hauses „Trommler“ lässt einen etwas höheren Standort zu, als er heute möglich ist. Genau in der Bildmitte befindet sich die Vorderfront des modernen Kurhotels. Rechts daneben zeigt sich, etwas verdeckt, das langgestreckte Kurhaus. Hier finden die Radonanwendungen in Form des Trinkens der beiden stärksten Radonquellen der Welt, des Badens in 144 Wannen und des Inhalierens in 12 Emanatorien statt. Das für die Kurgäste des Radiumbades geschaffene Fremdenheimviertel mit einer Kapazität von nahezu eintausend Betten ist zu diesem Zeitpunkt nahezu fertiggestellt. Die Dächer eines Teils dieser Gebäude sind im Bildhintergrund gut zu erkennen. Die den Klängen aus dem Musikpavillon lauschenden, unter den großen Sonnenschirmen sitzenden Kurgäste auf dem Konzertplatz genießen die warme Abendsonne, deren langer Schattenwurf zeigt, dass der schöne Sommertag sich seinem Ende zuneigen wird. Bereits zehn Jahre nach dieser Aufnahme werden hier an dieser Stelle Schächte der Wismut AG stehen, dem Felsen darunter das wertvolle Uran entreißen und kirchturmhohe Halden in die Ortslage schütten. Infolge der notwendigen Aufschüttungen im Zusammenhang mit der Geländemodellierung des neuen Kurparks nach 1990 liegt die Erdoberfläche heute bis zu 8 Meter höher als auf der historischen Aufnahme zu sehen.

Bildarchiv Dr. Oliver Titzmann
Bild: Uwe Zenker