11.06.2026
Nach fast drei Jahrzehnten leidenschaftlicher Arbeit verabschiedete sich Ende März Museumsleiter Hermann Meinel in den wohlverdienten Ruhestand. Seit dem 1. April leitet Bianca Jokisch die Geschicke der Einrichtung.
Als Hermann Meinel im November 1995 über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) den Auftrag erhielt, eine Traditionsstätte für den Uranbergbau im Kulturhaus „Aktivist“ aufzubauen, schlug dem ehemaligen Offizier Skepsis entgegen. Doch Meinel wählte einen völlig neuen Ansatz: Statt reiner Technik stellte er die Sozialgeschichte und die Menschen in den Mittelpunkt. Zudem ordnete er die Wismut-Historie stets sachlich und kompetent ein.
Der Erfolg gab ihm recht. Startete das Museum 1996 mit nur 20 Gemälden und 50 Mineralien, erstreckt sich die Ausstellung heute über 700 Quadratmeter mit weit über 2.000 Exponaten sowie einer Präsenzbibliothek mit 4.000 Büchern. Das Museum gilt bundesweit als zentrale Anlaufstelle für Historiker und als Schaufenster für die Region und den Welterbe-Schacht 371.
Neben der Museumsleitung prägte Meinel die Region durch sein enormes ehrenamtliches Engagement im Bergbautraditionsverein (BTV) Wismut. Er leitete die Regionalgruppe Aue, initiierte den Bad Schlemaer Bergmannstag und ist bis heute gefragter Interviewpartner und Zeitzeuge. Nachdem der Vorstand des Sächsischen Landesverbands der Bergmanns-, Hütten und Knappenvereine e.V. ihn bereits im Jahr 2025 zum Bergmeister ernannt hatte, folgte nun am 10. Juni 2026 die offizielle Würdigung der Kommune. Für seine ehrenamtlichen Verdienste und sein unermüdliches Wirken für das Gemeinwohl zeichnete die Stadt Hermann Meinel mit der Ehrennadel der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema aus.