11.05.2026
Bad Schlema stellt sich im Jahr 2026 erneut der turnusmäßigen Überprüfung zur Verteidigung seines Kurortprädikates. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben im Freistaat Sachsen erfolgt diese umfassende Prüfung aller anerkannten Kurorte im Abstand von zehn Jahren – zuletzt wurde Bad Schlema im Jahr 2016 begutachtet. Im Mittelpunkt der aktuellen Bewertung steht die Frage, ob die Voraussetzungen für den Status als Heilbad weiterhin erfüllt sind. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem ortsgebundenen Heilmittel Radon, dem Kurmittelhaus mit dem Gesundheitsbad ACTINON sowie auf den hygienischen und lufthygienischen Bedingungen. Ergänzend werden die touristische und allgemeine Infrastruktur sowie die Service- und Kulturangebote des Kurortes bewertet.
Unter Federführung des Amtes für Kultur & Tourismus der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema wurden in den vergangenen Monaten alle relevanten Daten umfassend erhoben, analysiert und gebündelt. Parallel dazu erfolgte die vollständige Aktualisierung des Kurortentwicklungskonzeptes. Die Unterlagen konnten fristgerecht am 12. Januar 2026 beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus eingereicht werden. Ein bedeutender Meilenstein im laufenden Verfahren war der Besuch des Fachgremiums „Landesbeirat für Kurorte“ am 22. April 2026. Die Kommission, bestehend u.a. aus Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Krankenkassen, der DEHOGA, des Landestourismusverbandes Sachsen sowie des Sächsischen Heilbäderverbandes, verschaffte sich dabei einen umfassenden Eindruck vor Ort. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Heinrich Kohl stellten Dr. Kathrin Bösecke-Spapens, Geschäftsführerin der Kurgesellschaft Schlema mbH, sowie Bürgermeister Jens Müller die Entwicklung des Kurortes in einer anschaulichen Präsentation dar. Im Anschluss begann – bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein – die Begehung des Kurgebietes. In Begleitung von Bürgermeister Jens Müller, Dr. Kathrin Bösecke-Spapens sowie Vertretern der Stadtverwaltung Aue-Bad Schlema und der Wismut GmbH führte der Rundgang zunächst zu Fuß durch die Kuranlagen, einschließlich eines Besuchs im ersten authentischen Ayurveda-Center Sachsens sowie einer sterneklassifizierten Ferienwohnung in der Kurzone I. Es folgte eine Führung durch das modernisierte Gesundheitsbad ACTINON. Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss setzte das Fachgremium seine Besichtigung mit einer Rundfahrt durch den Ort fort. Weitere Stationen waren u.a. der Golfpark Westerzgebirge sowie der Aussichtspunkt „Biedenkopfblick“. Den Abschluss des Besuchs bildete ein kurzer Austausch bei Kaffee und Kuchen im Kurhotel Bad Schlema.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Prüfverfahrens entscheidet sich voraussichtlich im Sommer 2026, ob Bad Schlema auch in den kommenden zehn Jahren weiterhin den Titel „Heilbad“ tragen darf.