Bad Schlema

Die Wildbacher Ortsgeschichte

Da die Ortsgründungen größere Zeiträume in Abspruch nahmen, wurde das Gründungsjahr von Wildbach entsprechend der durchgeführten 800- und 850 Jahrfeiern für das Jahr 1157 festgeschrieben.

bis 1157

Landnahme und Besiedlung durch meist  fränkische und thüringische Bauern. Wildbach wird als doppelreihiges Waldhufendorf mit einer Mittelhufe angelegt.

nach 1170

Die Isenburg wird wahrscheinlich von den Vögten von Weida und den Wiesenburgern als Befestigungsanlage errichtet. Am Bau waren sicherlich auch Wildbacher Bauern beteiligt.

um 1320

Die Isenburg wird zerstört. Die Dörfer Wildbach und Langenbach fallen dem Burggrafen von Meißen zu.

1429/30

Die Hussitenzüge erreichen auch unsere Gegend und bringen großes Leid über die Wildbacher.

1446

Wildbach wird erstmals urkundlich erwähnt. Es gibt auch Angaben, die das Jahr 1478 nennen.

1525

Die Wildbacher Bauern beteiligen sich am "Großen deutschen Bauernkrieg". Sie taten sich mit anderen schönburgischen Bauern zusammen und belagerten die Burg Stein. Nach der Niederlage der Bauern mussten auch Wildbacher ihr Leben lassen.

1542

Wildbach bekennt sich zum evangelichen Glauben. Als erster Pfarrer wird 1559 Matthias Gering erwähnt.

1588

Pfarrer Johannes Viehweger legt das erste Kirchenbuch für Wildbach an. Die Kirchenbücher wurden die wichtigsten Dokumente unserer Dorfgeschichte.

um 1588

Jacob Siemmon wird als erster Lehrer unseres Ortes erwähnt.

1618-1648

Der Dreißigjährige Krieg bringt Wildbach und den umliegenden Dörfern durch plündernde Kriegshorden Elend, Tod und Verwüstung und in deren Folge bittere Armut und die "giftige Seuche", die Pest. Pfarrer Christian Köhler hat im Kirchenbuch die Geschehnisse der Zeit und seine eigenen Erfahrungen niedergeschrieben.

1686

Die "Rote Ruhr" rafft in Wildbach 18 Menschen dahin.

1727

Eine neue Schule wird an Stelle der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichteten Schule gebaut.

1747

Im Steinwald, unweit von Wildbach, wird in der Bärenschlucht der vermutlich letzte Bär unserer Gegend erlegt.

1750/51

Für den vorgesehenen Kirchenneubau werden zur Gewinnung von Baumaterial an der Isenburg Sprengungen vorgenommen. Geldknappheit, hervorgerufen durch den Siebenjährigen Krieg und Naturereignisse verzögerten den Baubeginn.

1771/72

Unvorstellbare Wetterunbilden suchen unsere Gegend heim. Große Hungersnöte und Krankheiten führten zum Tode vieler Einwohner.

1804

Nach langer Verzögerung beginnt der Kirchenneubau.

1806

Am 19. Oktober wird die neue Kirche geweiht. Die Orgelweihe erfolgte erst 1814.

1838

Die Flure unseres Ortes werden neu vermessen.

1848

An Stelle der Vorgängerschule wird der zweite Schulneubau errichtet.

1857

Der Jugendverein Wildbach wird gegründet.

um 1860

Die über Wildbach führende Straße von Hartenstein nach Schneeberg wird ausgebaut.

1867

Weihe der neuen Kirchenglocke

1869

Gründung des Taubenvereins. Dieser Verein feierte 2009 als Geflügelzüchterverein sein 140-jähriges Jubiläum.

1869-1905

Theodor Wilhelm Landgraf ist Pfarrer der Gemeinden Wildbach und Langenbach. Seinem Wirken haben wir unter anderem die Aufbereitung unserer Chronik und Förderung des Schulwesens zu verdanken. In seiner Amtszeit wurde auch die noch heute vorhandene Friedenslinde am Pfarrgarten und die beiden Lutherlinden auf dem Friedhof gepflanzt. Nach seinen Vorlagen erfolgte bei der Renovierung der Kirche 1888 die Deckengestaltung.

1877

Gründung des Chorgesangsvereins

1883

Gründung des landwirtschaftlichen Vereins

1883

Inbetriebnahme der Poppenwald-Holzschleiferei. Im gleichen Zeitraum wurde auf Hartensteiner Flur die Prinzenhöhle-Holzschleiferei errichtet. Im Zuge dieser Produktionsstätten wurden der Fabrikweg angelegt. Er führte von Niederschlema als Sackgasse bis zur Poppenwald-Holzschleiferei und als Abzweig (alte Wildbacher Straße) durch den Poppenwald über die Toellebrücke die Mulde querend zur Prinzenhöhle-Holzschleiferei. Mit dem Bau des Fabrikweges verlor der Mühlweg, die bisherige Hauptverbindung zwischen Wildbach und Niederschlema, seine Bedeutung.

1891

Die neue Schule wird eingeweiht.

1895

Gründung des Feuerwehrverbands bestehend aus Wildbach, Stein, Gutsbezirk Poppenwald und Herrschaft Stein

1897

Gründung des Turnvereins

1904

Am 21. August wird der im Poppenwald zur Aufstellung gebrachte Bismarckstein feierlich enthüllt.

1907

Gründung des Arbeiter-Radfahrvereins "Stern"

1919

Gründung des Concertina-Vereins

1921

Gründung des Kaninchenzüchtervereins

1921-1928

In 2 Abschnitten wird die Muldentalstraße einschließlich Brücke von Hartenstein nach Schlema gebaut. Der Fabrikweg verliert an Bedeutung.

1949

Am 7. Oktober wird Wildbach selbständige Gemeinde der Deutschen Demokratischen Republik.

1953

Gründung der DRK-Ortsgruppe

1955

Einweihung der Sanitätsbaracke mit Landarztpraxis

1957

Vom 8. Juni - 11. Juni findet die 800-Jahrfeier statt.

1973

Die Grundschule wird geschlossen. Die Schüler werden nun in Schlema unterrichtet. In den Folgejahren beginnt der Umbau zu Wohnungen, Kindergarten und Arztpraxis.

1990

Am 3. Oktober wird Wildbach selbständige Gemeinde der Bundesrepublik Deutschland.

1994

Am 1. Januar wird Wildbach ein Ortsteil von Schlema. In den Folgejahren entsteht in der Ortsmitte ein Mehrzweckgebäude mit Kindergarten, Sparkasse, Ortsverwaltung und medizinischer Einrichtung. Teilweise Kanalisation mit Kläranlage entsteht. Der Kastanienweg wird ausgebaut. An der Langenbacher Straße entsteht eine Eigenheim-Siedlung.

2005

Am 26. April wird der Heimatverein Wildbach e.V. gegründet.

2005

Fusion zur Kirchgemeinde Bad Schlema-Wildbach

2007

Vom 21. bis 28. Mai findet die 850-Jahrfeier statt.