Bad Schlema

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Ein großes Festjahr beginnt

Einen großen runden Geburtstag im Leben, so einen schönen 70., 80., oder 90. kann man richtig gut feiern. Man schaut zurück auf ein oft turbulentes Leben, lädt sich Freunde ein, lässt sich beschenken und gibt einen aus. Oder man lässt es einfach bleiben. Das geht auch. Doch unsere Gemeindevertreter und sicher damit die Mehrheit der Einwohner freuen sich auf ein Festjahr 2018, in dem wir Bad Schlemaer die einhundertjährige Wiederkehr der Eröffnung des Kurbetriebs und das zwanzigjährige Jubiläum der Eröffnung des Gesundheitsbades ACTINON begehen können und wollen. Das ist die Gelegenheit, auch einmal bei Feierlichkeiten andere Akzente setzen zu können, ohne die herrlichen Festumzüge unserer Nachbarkommunen zu den Stadt- und Ortsjubiläen kopieren zu müssen.

Natürlich können wir nicht auf einen durchgängigen einhundertjährigen Kurbetrieb verweisen. Es klafft eine Lücke von über vier Jahrzehnten. Doch es war auch nie die Absicht, unser Jubiläum auf das Radiumbad Oberschlema zu beschränken. Denn es heißt: 100 Jahre Kurbetrieb im Schlematal. So sind ausdrücklich beide Ortsteile im Schlematal gemeint. Und unsere Wildbacher Freunde wissen wir an unserer Seite, denn im Organisieren und Feiern von Jubiläen haben sie uns Schlematalbewohnern schon eine ordentliche Nasenlänge voraus. Die zeitlich große Lücke wird nun mehr als gefüllt durch die stolzen Jahre des Niederschlemaer Genesungsheimes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Kur gab es in Niederschlema aber auch in der Zeit des Nachtsanatoriums, die übergangslos in die Jahre des Erholungsheimes der IG Wismut überging. Das waren die 1950er bis 1980er Jahre. Und nur Monate später begann ja schon die neue Zeit, die wir im weiteren Sinne als unsere gegenwärtige ansehen. Zusammengerechnet bilden die Jahre des Genesungsheimes, des Radiumbades Oberschlema, des Nachtsanatoriums und des modernen Kurbetriebs mehr als die 100 Jahre, die wir in unserem Jubiläum begehen wollen.

Ein Jubiläum braucht aber nun mal einen Aufhänger, einen Türöffner, einen Startschuss. Der lässt sich am besten in der Eröffnung des Kurbetriebs des alten Radonbades sehen: Am 15. Mai 1918 erfolgte die angesichts der katastrophalen Lage am Ende des Ersten Weltkrieges eher bescheidene Einweihung des neugebauten Oberschlemaer Kurhauses. Einen Tag später wurde im Kurhaus offiziell der Kurbetrieb aufgenommen. Der erste Kurgast, Herr Thierfelder aus Dresden, trug sich noch persönlich in die Kurliste ein.

Die geplanten Aktivitäten sind reichhaltig und vielfältig, um ein buntes, erfrischendes und hochwertiges Programm bieten zu können. Am Pfingstwochenende sollte sich kein Schlemaer etwas anderes vornehmen, als mit seinen Gästen den Höhepunkt des Jubiläums zu besuchen – die Showveranstaltung am Rande der Festmeile im Kurzentrum. Sie ist unsere Antwort auf einen Festumzug. Wir ziehen nicht durch den Ort, sondern den Ort ziehen wir zu uns. An die für ein Kurjubiläum zentralste Stelle: An unser Kurmittelhaus und seine engere Umgebung. Wie es derzeit um das ehemalige Nachtsanatorium und das alte Genesungsheim aussieht, ist einfach beschämend. Doch diese Immobilien gehören uns nicht. Sie sind in privater Hand. Sonst wären auch sie, festlich geschmückt, ein Teil unserer Jubiläumsveranstaltungen geworden. Aber es geht einfach nicht.

Die Vorbereitungen laufen seit einem Jahr auf Hochtouren, auch wenn es die Öffentlichkeit kaum bemerkt. Die Anspannung und die Nervosität steigen kontinuierlich, denn es ist ein Kraftakt, den wir uns vorgenommen haben und für den wir weiter Hilfe in Form von personeller und finanzieller Unterstützung benötigen. Vieles, was fast als selbstverständlich gesehen wird, kostet so viel Geld, dass dem Festkomitee oftmals der Mund offen geblieben ist. Wäre dann das gesammelte Geld nicht lieber anders anzulegen? Doch damit steht man dann wieder am Ausgangspunkt: Wollten wir mehrheitlich überhaupt ein Jubiläum im Ort feiern? Diese Frage wurde einst mit einem deutlichen JA beantwortet. Dann müssen wir unser Vorhaben auch zu einem ordentlichen Erfolg werden lassen, der uns im Vergleich mit unseren Nachbarn nicht schlechter dastehen lässt. Und was ein Schlemaer anpackt, macht er richtig. Etwas anderes gab es nie und wird es nicht geben.

Und was wird es nicht alles geben! Die große Gala-Show der KAROS am Pfingstwochenende bildet sicher den optischen Höhepunkt des Jahres. Doch eine Vortragsreihe zum Jubiläum mit fachlich versierten Referenten begleitet uns durch das ganze Festjahr, dazu Ausstellungen zum Thema des Jubiläums im Foyer des Kurmittelhauses, des Rathauses und des Kulturhauses „Aktivist“. Eine Festschrift entsteht derzeit wie auch Informationstafeln der Hausbesitzer für die flanierenden Gäste. Hinweistafeln werden an den Ortseingängen die Gäste begrüßen. Im Kurpark werden historische Blicke durch alte Fenster möglich sein. Ein Festgetränk ist ebenso in der Vorbereitung wie große Schautafeln für vergleichende Damals-Heute-Blicke (schnell noch die „Zeitfenster“ auf der Volksbank-Internetseite unterstützen, bevor es in einer Woche zu spät ist!). Ein Familientag und eine Oldtimerrundfahrt mit dem nachempfundenen Geschicklichkeitswettbewerb Anno 1932 werden auch denen etwas bieten, die mehr wollen, als Kurgeschichte live zu erleben.

Eingeleitet wird das große Bad Schlemaer Festjahr mit dem Neujahrsempfang der Gemeinde im Januar und abgeschlossen Ende Oktober mit dem 20jährigen Bestehen des Kurmittelhauses und der in unserem Ort stattfindenden Radonkonferenz. Um alle Ideen verwirklichen und uns und den Gästen die beste Qualität in der Ausführung und Umsetzung bieten zu können, sind alle Einwohner und Gewerbetreibenden, Unternehmen und Institutionen dazu aufgerufen, mit vereinten Kräften einen letzten Klimmzug zu machen und das ehrenamtlich arbeitende Festkomitee mit tatkräftiger Hilfe, Sachleistungen und Geld zu unterstützen. Zum Nutzen und zur Freude für uns alle!

Der direkte Ansprechpartner ist auch dafür unsere Gästeinformation, die Hilfe in jeder Form an unsere Projektkoordinatoren weiterleiten wird. Hilfe ist noch dringend nötig, denn noch sind wir mit der Ausgestaltung des Festjahres noch lange nicht am Ende angekommen. Das, was wir im nächsten Jahr begehen werden, ist ein würdiges, großartiges und von nur wenigen Orten Deutschlands umzusetzendes Jubiläum: 100 Jahre Erholung, Gesundung und erfolgreiche Radontherapie. Dass nicht alle Bürger das gut finden, was wir im Namen unserer Gemeinschaft auf die Beine stellen werden, ist nun einmal so und wird, egal für was sich andere einsetzen, nie den Beifall aller finden. Doch allen Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Das, was der treue Richard Friedrich mit seinen Enthusiasten vor über 100 Jahren geschaffen hatte, was der kämpferische Konrad Barth vor einem Vierteljahrhundert reanimieren konnte, das können wir heute feiern. Sie gaben uns ein Beispiel. Nun lasst uns ein Beispiel geben. Begrüßen wir unser Festjahr 2018!

Glückauf!
Dr. Oliver Titzmann

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